Zum Inhalt springen

Arbeitsweise

Ablauf einer Beratung — Schritt für Schritt

Fünf Abschnitte, jeder mit einem Ergebnis, das man in der Hand hält. Kein Abschnitt beginnt mit einem Produkt.

Die meisten Fehler in dieser Anlageklasse entstehen nicht bei der Produktauswahl, sondern davor: Es wird ein Angebot geprüft, bevor geklärt ist, welcher Betrag über zehn Jahre unerreichbar sein darf. Deshalb ist die Reihenfolge unten festgelegt, und der Produktvergleich kommt erst an vierter Stelle.

Schritt 1 — Erstgespräch (etwa 30 Minuten, Konditionen nennen wir vorab)

Ein Gespräch am Telefon oder per Video. Wir fragen nach dem Anlass, dem Zeitraum, der vorhandenen Liquidität und danach, welche Erfahrung mit gebundenen Anlagen bereits besteht. Sie fragen alles, was Sie wissen wollen — auch, wie wir vergütet werden.

Ergebnis: eine klare Aussage, ob es sinnvoll ist weiterzuarbeiten. Ein „nein, nicht jetzt“ an dieser Stelle ist ein gutes Ergebnis und ausdrücklich vorgesehen.

Schritt 2 — Bestandsaufnahme (ein bis zwei Wochen)

Der aufwendigste Abschnitt. Erfasst werden: Liquiditätsreserve, laufende und absehbare Verpflichtungen, bestehende Anlagen und Immobilien, Kreditverträge, Einkommenslage, steuerliche Situation und der Zeitraum, über den Geld tatsächlich gebunden sein darf. Daraus ergeben sich drei Zahlen: der Betrag, der gebunden werden darf, die Reserve, die unangetastet bleibt, und die Summe, die für offene Kapitalabrufe jederzeit verfügbar sein muss.

Ergebnis: eine schriftliche Bestandsaufnahme mit diesen drei Zahlen — die Grundlage jeder weiteren Entscheidung und, falls es nicht weitergeht, der bleibende Nutzen des Mandats.

Schritt 3 — Zugangsweg und Marktsichtung (ein bis zwei Wochen)

Erst jetzt wird über Bauformen gesprochen: ELTIF, Publikums-AIF, Dachfonds, Secondaries oder ein Vehikel für semi-professionelle Anleger. Die Auswahl folgt dem Betrag und der Bindungsfähigkeit, nicht der Verfügbarkeit eines Produkts. Die Unterschiede erklären wir vorab auf den Themenseiten — Sie sollen nicht im Gespräch zum ersten Mal davon hören.

Ergebnis: eine Auswahl von zwei bis vier konkret prüfbaren Angeboten, begründet — einschließlich der Gründe, aus denen andere ausgeschieden sind.

Schritt 4 — Prüfung des konkreten Angebots (ein bis drei Wochen)

Gelesen werden Basisinformationsblatt, Verkaufsprospekt, Anlagebedingungen und, wo vorhanden, Berichte des Anbieters zu Vorgängerfonds. Geprüft wird nach denselben Fragen, die auch in unserer Due-Diligence-Checkliste stehen: Kostenebenen in Summe, Rückgaberegeln inklusive Grenzen und Aussetzung, Fremdkapital, Konzentration, Interessenkonflikte, Verzugsfolgen bei Kapitalabrufen.

Ergebnis: eine Einschätzung je Angebot mit den offenen Fragen an den Anbieter — schriftlich, damit die Antworten überprüfbar sind.

Schritt 5 — Begleitung über die Laufzeit (laufend)

Nach der Zeichnung beginnt der längere Teil: Kapitalabrufe kommen über Jahre, Berichte quartalsweise oder halbjährlich, steuerliche Unterlagen jährlich. Wir sortieren Termine und Fristen, lesen Berichte mit und melden, wenn eine Regel geändert wird oder ein Abruf ansteht.

Ergebnis: eine Übersicht offener Kapitalzusagen und Termine, die ohne Erklärung lesbar ist.

Zeitrahmen im Überblick

SchrittDauerWas am Ende vorliegt
1 — Erstgesprächca. 30 MinutenEntscheidung über die Zusammenarbeit
2 — Bestandsaufnahme1–2 WochenDrei Zahlen, schriftlich festgehalten
3 — Zugangsweg1–2 Wochen2–4 prüfbare Angebote mit Begründung
4 — Angebotsprüfung1–3 WochenEinschätzung je Angebot, Fragenliste
5 — BegleitunglaufendTermin- und Abrufübersicht
Richtwerte für den Ablauf eines Mandats. Sie hängen davon ab, wie schnell Unterlagen vorliegen und wie viele Angebote geprüft werden — es sind keine zugesagten Fristen.

So arbeiten wir

  • Keine Renditeaussage — weder als Zahl noch als Spanne noch als Erwartung.
  • Kein Termindruck: Ein Angebot, dessen Zeichnungsfrist zur Prüfung nicht reicht, wird nicht gezeichnet.
  • Keine Empfehlung ohne Bestandsaufnahme. Wer nur einen Produkttipp sucht, ist bei uns an der falschen Stelle.
  • Keine Beteiligung, die die Liquiditätsreserve angreift oder offene Kapitalzusagen erzeugt, die nicht bedient werden können.

Wer die Personen hinter dieser Arbeitsweise sehen will: Marius Krötz und Michael Protz. Wie wir vergütet werden, steht vollständig unter Vergütung.

Häufige Fragen

Was kostet das erste Gespräch?
Das erste Gespräch: Konditionen nennen wir vorab. Es dauert etwa 30 Minuten, dient der Frage, ob das Thema überhaupt zu Ihrer Lage passt, und endet nicht zwangsläufig in einer Empfehlung. Wie die weiteren Schritte vergütet werden, steht auf der Seite zur Vergütung.
Wie lange dauert es von der ersten Anfrage bis zu einer Entscheidung?
Als Richtwert vier bis acht Wochen — eine Zusage ist das nicht. Der längste Abschnitt ist nicht die Produktauswahl, sondern die Bestandsaufnahme: Liquiditätsreserve, laufende Verpflichtungen, bestehende Anlagen und der Zeitraum, über den Geld gebunden sein darf.
Endet ein Mandat immer mit einer Beteiligung?
Nein, und das ist ausdrücklich ein möglicher Ausgang. Wenn die Bestandsaufnahme zeigt, dass eine über zehn Jahre gebundene Anlage nicht zur Lage passt, ist das Ergebnis „nicht jetzt“ — auch dann, wenn ein Angebot inhaltlich gut aussieht.
Arbeiten Sie mit einer festen Auswahl an Anbietern?
Welche Anbieter im Blick sind, hängt am Zugangsweg und am Betrag; die Liste ist nicht fest, und sie ist offenzulegen. Welche Verbindungen zu Anbietern bestehen und wie wir vergütet werden, steht vollständig auf der Seite zur Vergütung.
Können Sie eine bereits gezeichnete Beteiligung beurteilen?
Ja, das ist ein eigener Auftrag: Wir lesen Anlagebedingungen, Berichte und Kostenaufstellung und sagen, welche Verpflichtungen offen sind, was die Bindung praktisch bedeutet und welche Fragen der Anbieter beantworten sollte.

Wenn Sie das mit jemandem durchrechnen wollen

Ein erstes Gespräch dauert etwa 30 Minuten und endet nicht zwangsläufig mit einer Empfehlung. Wenn eine Beteiligung in Ihrer Lage nicht passt, sagen wir das.