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Fondsvehikel

Private-Equity-ETF: börsennotiertes Private Equity im Vergleich zum Fonds

Ein Private-Equity-ETF ist ein naheliegender Weg, den Begriff Private Equity ins Depot zu holen — und der, der am wenigsten mit dem zu tun hat, was eine Private-Equity-Beteiligung ausmacht. Beides hat seinen Platz, solange man weiß, was man kauft.

Unter dem Stichwort Private-Equity-ETF werden börsengehandelte Indexfonds angeboten, die in Gesellschaften mit Bezug zu Private Equity investieren. Der Name legt nahe, dass man damit an nicht börsennotierten Unternehmen beteiligt ist. Tatsächlich hält der ETF Aktien — von Gesellschaften, die ihrerseits an nicht börsennotierten Unternehmen beteiligt sind oder Private-Equity-Fonds verwalten. Diese Seite ordnet ein, was daraus folgt. Den Gesamtüberblick über die Anlageklasse gibt die Leitseite Private Equity investieren.

Was ein Private-Equity-ETF enthält

Der Index, den ein solcher ETF abbildet, besteht aus börsennotierten Gesellschaften. Zwei Gruppen kommen dabei typischerweise zusammen:

  • Beteiligungsgesellschaften, die selbst Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen oder an Private-Equity-Fonds halten. Wer ihre Aktie kauft, ist mittelbar am Portfolio beteiligt.
  • Verwaltungsgesellschaften, die Private-Equity-Fonds für Dritte auflegen und betreuen. Ihr Geschäft sind Verwaltungs- und Erfolgsvergütungen. Wer ihre Aktie kauft, ist am Geschäft des Verwalters beteiligt, nicht an den Unternehmen in dessen Fonds.

Wie sich beide Gruppen im konkreten Index mischen und wie stark einzelne Titel gewichtet sind, unterscheidet sich von Index zu Index. Es steht im Factsheet und in den Anlagebedingungen des jeweiligen ETF.

Warum er sich wie eine Aktie verhält

Weil der ETF Aktien hält, hat er einen täglichen Börsenkurs — und dieser Kurs folgt der Stimmung am Aktienmarkt. Bei börsennotierten Beteiligungsgesellschaften kommt hinzu, dass der Kurs vom inneren Wert des Portfolios abweichen kann: Die Aktie wird mit einem Abschlag oder Aufschlag zum zuletzt ausgewiesenen Nettoinventarwert gehandelt. Fallen die Aktienmärkte, weitet sich dieser Abschlag häufig aus, auch wenn sich an den Bewertungen der Portfoliounternehmen noch nichts geändert hat.

ETF, ELTIF und geschlossener Fonds im Vergleich

KriteriumPrivate-Equity-ETFELTIFGeschlossener Fonds (AIF)
Was man hältAktien börsennotierter GesellschaftenAnteil an einem Fonds, der in nicht börsennotierte Unternehmen investiertBeteiligung an einem Fonds, der in nicht börsennotierte Unternehmen investiert
HandelBörsentäglichRücknahme nur, wenn der Prospekt sie vorsieht, und dann innerhalb fester Termine, Fristen und Obergrenzen; sonst gebundenIn der Regel bis Laufzeitende gebunden
KapitalabrufKeiner — Kaufpreis wird sofort gezahltJe nach AusgestaltungZusage wird über mehrere Jahre abgerufen
WertermittlungBörsenkursNettoinventarwert zum BewertungsstichtagNettoinventarwert zum Bewertungsstichtag
KostenebenenETF-Kosten plus Kosten in den gehaltenen GesellschaftenFondskosten, bei Dachstrukturen zusätzlich ZielfondskostenFondskosten, bei Dachstrukturen zusätzlich Zielfondskosten
Strukturelle Gegenüberstellung, keine Wertung. Maßgeblich sind Prospekt, Anlagebedingungen und Basisinformationsblatt des jeweiligen Produkts.

Mehr zu den beiden Fondsformen steht unter ELTIF und Dachfonds; die Kosten aller Ebenen sind unter Kosten und Gebühren einzeln aufgeschlüsselt.

Kosten: die zweite Ebene ist unsichtbar

Die laufenden Kosten, die ein ETF ausweist, betreffen nur den ETF selbst. Die Gesellschaften, die er hält, tragen eigene Kosten: Eine Beteiligungsgesellschaft zahlt Verwaltungs- und Erfolgsvergütungen an ihren Verwalter oder an die Fonds, in die sie investiert. Diese Kosten mindern ihren Wert und damit den Kurs; in der Kostenangabe des ETF sind sie nicht vollständig sichtbar. Ein Vergleich nur über die ausgewiesenen laufenden Kosten kann die Gesamtbelastung deshalb unterschätzen.

Steuern

Ein ETF ist ein Investmentfonds im Sinne des Investmentsteuergesetzes. Erfüllt er nach seinen Anlagebedingungen die Voraussetzungen eines Aktienfonds — fortlaufend mehr als die Hälfte seines Aktivvermögens in Kapitalbeteiligungen —, sind für Privatanleger 30 Prozent der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung). Ob ein bestimmter Private-Equity-ETF diese Voraussetzung erfüllt, steht in seinen Unterlagen. Wie Private-Equity-Fonds im Vergleich dazu besteuert werden, beschreibt die Seite Besteuerung.

Wofür er taugt — und wofür nicht

Ein Private-Equity-ETF kann sinnvoll sein, wenn jemand die Anlageklasse über börsennotierte Gesellschaften abdecken möchte, börsentäglich verkaufen können will und keine Kapitalbindung eingehen kann. Er ersetzt aber keine Beteiligung an nicht börsennotierten Unternehmen: Wertverlauf, Risiko und Kostenstruktur folgen anderen Regeln. Wer wissen will, welcher Zugang zu welchem Betrag passt, findet die Wege nach Anlagebetrag unter 10.000 Euro anlegen.

Prüffragen vor dem Kauf

  • Welcher Index wird abgebildet, und wie verteilt er sich auf Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaften?
  • Wie hoch ist der Anteil der größten Einzeltitel?
  • Gilt der ETF steuerlich als Aktienfonds, und wird das in den Anlagebedingungen zugesichert?
  • Welche Kosten entstehen innerhalb der gehaltenen Gesellschaften zusätzlich zu den laufenden Kosten des ETF?

Die vollständige Risikobetrachtung über alle Bauformen von Private Equity hinweg steht unter Risiken.

Häufige Fragen

Was steckt in einem Private-Equity-ETF?
Ein Private-Equity-ETF bildet einen Index börsennotierter Gesellschaften ab, die mit Private Equity zu tun haben — Beteiligungsgesellschaften, die selbst an nicht börsennotierten Unternehmen beteiligt sind, und Gesellschaften, die Private-Equity-Fonds verwalten. Der ETF hält Aktien dieser Gesellschaften, keine Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen.
Ist ein Private-Equity-ETF dasselbe wie eine Private-Equity-Beteiligung?
Nein. Wer einen Private-Equity-ETF kauft, erwirbt Aktien, die an der Börse gehandelt werden und deren Kurs täglich schwankt. Eine Fondsbeteiligung an nicht börsennotierten Unternehmen hat keinen täglichen Kurs, ruft Kapital über Jahre ab und ist bis zum Laufzeitende in der Regel nicht frei veräußerbar.
Warum kann der Kurs vom inneren Wert abweichen?
Bei börsennotierten Beteiligungsgesellschaften bestimmt der Markt den Kurs, nicht die Bewertung des Portfolios. Der Kurs kann deshalb mit einem Abschlag oder Aufschlag zum zuletzt ausgewiesenen Nettoinventarwert gehandelt werden — in Phasen fallender Aktienmärkte häufig mit einem Abschlag.
Welche Kosten fallen bei einem Private-Equity-ETF an?
Zum einen die laufenden Kosten des ETF selbst. Zum anderen die Kosten innerhalb der gehaltenen Gesellschaften: Beteiligungsgesellschaften tragen ihrerseits Verwaltungs- und Erfolgsvergütungen. Diese zweite Ebene mindert den Wert der gehaltenen Gesellschaften und ist in der ausgewiesenen Kostenquote des ETF nicht vollständig sichtbar.
Gilt für einen Private-Equity-ETF die Teilfreistellung?
Das hängt davon ab, ob der ETF nach seinen Anlagebedingungen als Aktienfonds im Sinne des Investmentsteuergesetzes gilt, also fortlaufend mehr als die Hälfte seines Aktivvermögens in Kapitalbeteiligungen anlegt. Dann sind für Privatanleger 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Ob das zutrifft, steht in den Unterlagen des jeweiligen Fonds.

Wie es weitergeht

Wenn Sie das mit jemandem durchrechnen wollen

Ein erstes Gespräch dauert etwa 30 Minuten und endet nicht zwangsläufig mit einer Empfehlung. Wenn eine Beteiligung in Ihrer Lage nicht passt, sagen wir das.